In der Geschichte der christlichen Kirche begegnen uns diverse Symbole, entsprechend dem Kreuz. Diese Symbole wurden in der ältesten Christenheit auch als Geheimzeichen zur gegenseitigen Erkennung verwendet:
- Der Anker steht für christliche Hoffnung.
- Der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabetes, Alpha und Omega. Sie erinnern an die Worte Jesu: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
- Das Schiff, als Zeichen für die christliche Kirche, welche manchem Sturm trotzt und sicher in den Hafen einläuft.
- Der Fisch, dessen einzelne griechischen Schriftzeichen als Anfangsbuchstaben folgender Worte stehen: Jesus - Christus - Gottes Sohn - Erlöser.
Auch der Schmetterling gilt als Symbol mit christlicher Tradition. In der Zeit der Romantik (Ende 18.Jh. bis Mitte 19.Jh.) wurden häufig Schmetterlinge auf Grabsteinen abgebildet. Die Raupe und der Schmetterling stehen für die Auferstehung und für ein Leben nach dem Tod. Schon im Mittelalter hat es Darstellungen gegeben, die das Kreuz und den Schmetterling miteinander verbunden haben. Es ist ein hoffnungsstarkes Symbol, das daran erinnert, dass im Tod nicht das Ende gesehen werden muss, sondern der Anfang der Verwandlung in ein neues anderes Leben. Weder Mann noch Frau, weder jung noch alt, sondern wie Engel (Mk 12,25) – ein Leben in einem uns unbekannten Zustand. Diese zentrale christliche Hoffnung stützt sich auf Aussagen von Jesus:
Johannes 11,25
«Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Denn wer lebt und an mich glaubt wird niemals sterben.»
Mit der Entwicklung Ei – Raupe – Puppe – Schmetterling befasste sich schon der griechische Philosoph Aristoteles (384 - 322 v. Chr.). Er war es, der erstmals nachweisbar die Metamorphose beschrieben hat. Das Fremdwort Metamorphose ist denn auch der griechischen Sprache entnommen: «metamorfoo» bedeutet «in eine andere Form bringen», «umwandeln», «verwandeln». Just dieses Verb wird in der Bibel im Zusammenhang des Glaubens verwendet.
Römer 12,2
«Lasst euch im Innersten von Gott umwandeln.»
Wir werden hier mit einer weiteren Form der Verwandlung in der christlichen Hoffnung konfrontiert. Eine Umwandlung, eine Neuschöpfung, welche sich allerdings im Diesseits vollzieht. Der Clou der christlichen Hoffnung liegt darin, dass sie nicht auf später vertröstet, sondern sich schon im Hier und Jetzt manifestiert. Genauso wie die Umwandlung nach dem Tod in ein jenseitiges Leben, ist auch diese Umwandlung etwas, was du und ich nicht selber machen können, sondern etwas, das wir an uns geschehen lassen müssen. In mannigfaltiger Weise versucht uns die Bibel das Geschehen näher zu bringen. So erfahren wir zum Beispiel, wie Jesus im Gespräch mit einem Gelehrten von einer neuen Geburt spricht:
Johannes 3,3
«Ich versichere dir: nur wer von neuem geboren ist, wird Gottes neue Welt zu sehen bekommen. Was Menschen zur Welt bringen, ist und bleibt menschlich. Geistliches aber kann nur vom Geist Gottes geboren werden».
Paulus gebraucht das Bild einer Familie, in welche ein Mensch, der an Gott glaubt, adoptiert wird:
Römer 8,14f
«Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind Gottes Kinder. Ihr müsst Euch vor Gott nicht mehr fürchten. Er hat euch seinen Geist gegeben, und das zeigt euch, dass ihr nicht seine Sklaven, sondern seine Kinder seid. Weil sein Geist in uns lebt, sagen wir zu Gott «Abba, Vater.»
Solches schafft allein Gott. Und er tut es nicht, indem er das alte Leben veredelt, sondern darin, dass er etwas Neues schafft.
2.Korinther 5,17
«Wer zu Christus gehört, ist ein neuer Mensch geworden. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.»
Bei einer Metamorphose, wenn aus einer trägen Raupe ein fantastisch bunter, leichter Flieger wird, haben sich die Menschen schon immer verwundert die Augen gerieben. Es ist kaum zu glauben. Änlich schwer fassbar ist das Geschehen, welches Gott an einem Menschen vollzieht, der ihm glaubensvoll vertraut. Dennoch ist es wahr. Und es ist für jeden Christen wichtig, bewusst in dieser Dimension sein Leben zu gestalten. Etwa so, wie ein Schmetterling, der einfach seine Flügel entfaltet, sich erhebt und fliegt.
Umwandlung, Entfaltung geschieht allerdings nicht allein punktuell und ohne unser Zutun. Wir lesen in der Bibel auch davon, dass es unumgänglich ist, im Laufe unseres Christenlebens weiterzukommen und uns zu entwickeln. So finden wir bei Paulus eine weitere Verwendung des Verbs «metamorfoo» präzise in diesem Sinne:
2.Korinther 3,18
«Wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn. Dabei werden wir selber in das verwandelt, was wir sehen, und bekommen mehr und mehr Anteil an seiner Herrlichkeit.»
Es entspricht offensichtlich der Absicht Gottes, uns Menschen zur Entfaltung zu bringen. Wir sollen unserer ursprünglichen Bestimmung näherkommen, Gott selber immer ähnlicher werden. Dies vollzieht sich in dreifacher Weise: Gott schenkt jedem Menschen, der ihm vertraut neues Leben und zwar im Hier und Jetzt. Dieses Leben ist geprägt von der Gegenwart Gottes und ist damit Freiheit. Auf dieser neuen Basis lässt sich aufbauen und ein Leben führen, das Gott gefällt. Seine Gegenwart prägt, verändert. Sie ermöglicht es, nicht nur im Licht zu leben, sondern auch als Licht in dieser Welt eine positive Wirkung zu haben und Gott Ehre zu machen.
Gott schenkt neues Leben, ermöglicht ein geheiligtes Leben. Gott schenkt nicht wenig, nur ein bisschen, sondern in vollem Mass. Leben das überfliesst zu ewigem Leben.
Joh 10,10
«Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, Leben im Überfluss.» |
Wir haben den Traum, dass unsere Kirche ein Ort sein kann, wo Entfaltung möglich ist. Wir wollen Raum schaffen, damit Menschen jeden Alters und jeder Nation dem lebendigen Gott begegnen und mit sich selber ins Reine kommen können. Wir setzen uns dafür ein, dass Viele die von Gott gewollte Freiheit entdecken. Menschen sollen sich entfalten und ihre Stärken entwickeln. Unsere Beziehungen sollen von gegenseitigem Respekt und Liebe gekennzeichnet sein. Unser Motto: Als Grund der Glaube, als Ziel die Liebe.
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