Schwäche

 

«Lass Dir an meiner Gnade genügen, denn Gott ist in den Schwachen mächtig»

Was für eine Überraschung: Man entdeckt, dass das eine Botschaft ist, die Gott persönlich an Paulus gerichtet hat. Paulus erzählt es im Brief an die Korinther weiter, sodass wir heute auch profitieren können. 

«Gott hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.»

Aber halt. Warum denn Paulus? Ihn würden wir sicher nicht zu den «Schwachen» zählen. Paulus war einer der bestausgebildeten Männer im Volk Israel. Er machte Karriere wie kein anderer. Als Apostel unternahm er Missionsreisen, in denen er enormen Gefahren ausgesetzt war. Er leitete Teams und gründete Gemeinden. Paulus und schwach?

Der Vers steht mitten in einer Auseinandersetzung von Paulus mit seinem eigenen Leben und seiner Berufung. Unmittelbar vorher beschreibt Paulus seine Situation:

«Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen »Stachel ins Fleisch« gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit Fäusten schlagen, damit ich nicht überheblich werde. 8 Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir ablässt. 9 Aber der Herr hat zu mir gesagt: »Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.« Jetzt trage ich meine Schwäche gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann." 

aus: Übersetzung Gute Nachricht

 

  • Man kann annehmen, dass Paulus nicht gut sehen konnte. Wahrscheinlich hatte er eine Augenkrankheit. Auch in anderen Briefen macht Paulus Andeutungen z.B. Galater 6,11, wo Paulus auf die grossen Buchstaben hinweist, wenn er eigenhändig schreibt. Meistens haben andere Leute wie Timotheus für Paulus geschrieben. (Siehe auch Galater 4,15)

 

  • Paulus wurde auch nachgesagt, er sei mutig und stark, wenn er weit weg sei, aber er nah dabei sei, sei er klein. 

    2.Korinther 10,10

    »Die Briefe, die er schreibt, sind gewichtig und kraftvoll; aber wenn er persönlich bei uns ist, macht er eine erbärmliche Figur, und was er sagt, hat keine Kraft.«

    Offensichtlich war Paulus nicht von beeindruckender Statur und sein Auftritt war auch nicht das, was die Leute zu überzeugen vermochte.

 

Fazit: Paulus hatte hohe Qualitäten. Für das, was er vorhatte, aber auch grosse Schwächen, die ihm dann und wann zusetzten. Wir lesen in V8, dass Paulus mehrfach betete, dass Gott ihn aber nicht erhört hat. Im Gegenteil: Gott wies ihn darauf hin, dass er sich in seiner vermeintlichen Schwachheit auf Gott stützen solle. 

Und dann in V10:

«Darum freue ich mich über meine Schwächen, über Misshandlungen, Notlagen, Verfolgungen und Schwierigkeiten. Denn gerade, wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.» 

Wir dürfen das auch in Anspruch nehmen. Gottes Grösse und Stärke kann besonders dann zum Tragen kommen, wenn wir an unsere eigenen Grenzen stossen. 

 

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